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Rukwied: Lage in der Landwirtschaft mehr als angespannt

Die aktuellen Zeiten sind auch für Landwirte in Deutschland alles andere als rosig, wobei die große Gefahr besteht, dass die Betriebe durch politische Auflagen überfordert werden und aufgeben. Das hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, heute in Erfurt bei seiner Grundsatzrede im Rahmen der Mitgliederversammlung 2020 deutlich gemacht. Die Schweinehaltung befinde sich gerade in der größten Krise seit Jahrzehnten.

Die aktuellen Zeiten sind auch für Landwirte in Deutschland alles andere als rosig, wobei die große Gefahr besteht, dass die Betriebe durch politische Auflagen überfordert werden und aufgeben. Das hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, heute in Erfurt bei seiner Grundsatzrede im Rahmen der Mitgliederversammlung 2020 deutlich gemacht. Die Schweinehaltung befinde sich gerade in der größten Krise seit Jahrzehnten. Die coronabedingten Ausfälle bei den Schlachtungen seien verheerend, die Afrikanische Schweinepest (ASP) breite sich immer weiter aus, und die Schlacht- und Ferkelpreise seien im freien Fall, stellte Rukwied fest. Er forderte die Politik zu einer schnellen, wirksamen und unbürokratischen Unterstützung für die Schweinehaltung auf.

Aber auch in anderen Betriebsausrichtungen sei die Lage mehr als angespannt, sei es wegen der erneuten Trockenheit, des niedrigen Milchpreises oder der Ausbreitung des Wolfs, führte der Bauernpräsident aus. Er betonte, dass geplante gesetzgeberische Maßnahmen die wirtschaftliche Situation in den landwirtschaftlichen Betrieben weiter zuspitzten. Die "nicht fachgerechte" Verschärfung der Düngeverordnung, das geplante Aktionsprogramm Insektenschutz oder die Tierschutznutztierhaltungsverordnung würden viele Betriebe ins Aus drängen. "Die Summe dieser Veränderungen ist in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation nicht umsetzbar", warnte Rukwied.

Die Bauern seien grundsätzlich zu Veränderungen bereit, stellte der DBV-Präsident erneut klar. Der Bauernverband unterstütze beispielsweise die Vorschläge der Borchert-Kommission zum Umbau der Tierhaltung in Deutschland. Doch noch sei völlig unklar, wie dieser Umbau finanziert werden solle. "Damit dürfen die Bauern nicht alleingelassen werden", mahnte Rukwied.

Mit Blick auf die anstehenden Entscheidungen in Brüssel erklärte der DBV-Präsident, dass der Bauernverband hier mit dazu beigetragen habe, den Mittelfristigen Finanzrahmen (MFR) weitgehend in seinem Volumen zu halten, um so auch die weitere Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sicherzustellen. "Es ist uns gelungen das Budget nahezu stabil zu halten; das sage ich ganz selbstbewusst", so Rukwied, der als Präsident des EU-Ausschusses der Bauernverbände (COPA) in den vergangenen drei Jahren aktiv an diesen Verhandlungen mitwirkte.

Abschließend rief der Bauernpräsident die etwa 500 Delegierten und den gesamten Berufsstand trotz der extrem angespannten Lage zum Zusammenhalt auf. Er kündigte an, den DBV weiterentwickeln zu wollen. AgE

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Rukwied: Lage in der Landwirtschaft mehr als angespannt

Die aktuellen Zeiten sind auch für Landwirte in Deutschland alles andere als rosig, wobei die große Gefahr besteht, dass die Betriebe durch politische Auflagen überfordert werden und aufgeben. Das hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, heute in Erfurt bei seiner Grundsatzrede im Rahmen der Mitgliederversammlung 2020 deutlich gemacht. Die Schweinehaltung befinde sich gerade in der größten Krise seit Jahrzehnten.

Die aktuellen Zeiten sind auch für Landwirte in Deutschland alles andere als rosig, wobei die große Gefahr besteht, dass die Betriebe durch politische Auflagen überfordert werden und aufgeben. Das hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, heute in Erfurt bei seiner Grundsatzrede im Rahmen der Mitgliederversammlung 2020 deutlich gemacht. Die Schweinehaltung befinde sich gerade in der größten Krise seit Jahrzehnten. Die coronabedingten Ausfälle bei den Schlachtungen seien verheerend, die Afrikanische Schweinepest (ASP) breite sich immer weiter aus, und die Schlacht- und Ferkelpreise seien im freien Fall, stellte Rukwied fest. Er forderte die Politik zu einer schnellen, wirksamen und unbürokratischen Unterstützung für die Schweinehaltung auf.

Aber auch in anderen Betriebsausrichtungen sei die Lage mehr als angespannt, sei es wegen der erneuten Trockenheit, des niedrigen Milchpreises oder der Ausbreitung des Wolfs, führte der Bauernpräsident aus. Er betonte, dass geplante gesetzgeberische Maßnahmen die wirtschaftliche Situation in den landwirtschaftlichen Betrieben weiter zuspitzten. Die "nicht fachgerechte" Verschärfung der Düngeverordnung, das geplante Aktionsprogramm Insektenschutz oder die Tierschutznutztierhaltungsverordnung würden viele Betriebe ins Aus drängen. "Die Summe dieser Veränderungen ist in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation nicht umsetzbar", warnte Rukwied.

Die Bauern seien grundsätzlich zu Veränderungen bereit, stellte der DBV-Präsident erneut klar. Der Bauernverband unterstütze beispielsweise die Vorschläge der Borchert-Kommission zum Umbau der Tierhaltung in Deutschland. Doch noch sei völlig unklar, wie dieser Umbau finanziert werden solle. "Damit dürfen die Bauern nicht alleingelassen werden", mahnte Rukwied.

Mit Blick auf die anstehenden Entscheidungen in Brüssel erklärte der DBV-Präsident, dass der Bauernverband hier mit dazu beigetragen habe, den Mittelfristigen Finanzrahmen (MFR) weitgehend in seinem Volumen zu halten, um so auch die weitere Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sicherzustellen. "Es ist uns gelungen das Budget nahezu stabil zu halten; das sage ich ganz selbstbewusst", so Rukwied, der als Präsident des EU-Ausschusses der Bauernverbände (COPA) in den vergangenen drei Jahren aktiv an diesen Verhandlungen mitwirkte.

Abschließend rief der Bauernpräsident die etwa 500 Delegierten und den gesamten Berufsstand trotz der extrem angespannten Lage zum Zusammenhalt auf. Er kündigte an, den DBV weiterentwickeln zu wollen. AgE